Christ My Song - 2418
Gott ist mein Licht, der Herr mein Heil
(Paul Gerhardt/Johannes Thomas Rüegg)
Gott ist mein Licht, der Herr mein Heil.
(Psalm 27)
1. Gott ist mein Licht, der Herr mein Heil,
das ich erwählet habe;
er ist die Kraft, dahin ich eil
und meine Seele labe;
was will ich mich denn fürchten nun,
und wer kann mir noch Schaden tun
auf dieser ganzen Erde? PDF - Midi
2. Wenn mich die böse Rott anfällt
und will mein Fleisch verschlingen,
so kann sie dieser starke Held
gar bald zu Boden bringen;
wenn sich auch gleich ein ganzes Heer
legt um mich her, was ist's denn mehr?
mein Gott kann sie bald schlagen.
3. Eins bitt ich nur, das hätt ich gern,
wenn's mir Gott wollte geben:
dass ich bei ihm, als meinem Herrn,
stets wohnen könnt und leben,
und alle meine Tag' und Jahr'
in seinem Hause bei der Schar
der Heiligen vollbringen.
4. Da wollt ich meines Herzens Freud
an seinem Dienste sehen,
und rühmen, wie zur bösen Zeit
mir so viel Guts geschehen,
da er mich fleißig hat verdeckt
in seiner Hütten und versteckt
in einem starken Felsen.
5. Und also wird er ferner noch
mich wissen zu regieren,
er wird mich schützen und sehr hoch
in sichre Örter führen,
mein Haupt wird über meine Feind',
ob sie gleich hoch erhaben seind,
allzeit erhöhet werden.
6. Dafür will ich denn wiederum
Gott auf das Best' erhöhen,
sein Ruhm soll in dem Heiligtum
aus meinem Munde gehen,
ich will ihm opfern Dank und Preis,
ich will sein Lob, so gut ich weiß,
vor allem Volke singen.
7. Herr, mein Gott, höre, wie ich schrei
und seufz in meinem Sinne,
gib, dass mein Bitten kräftig sei
und dein Herz eingewinne.
Mein Herz hält dir, o treuer Hort,
beständig vor dein eigen Wort:
"Ihr sollt mein Antlitz suchen."
8. Nun such ich jetzt, ach, lass mich nicht
entgelten meine Sünden;
ich suche, Herr! dein Angesicht,
das lass mich gnädig finden,
verstoße ja nicht deinen Knecht;
denn du bist, der mir hilft zurecht
und bringt aus allen Nöten.
9. Mein Vater, Mutter und was hier
sonst ist von guten Leuten,
die sind zu schwach und können mir
nicht treten an die Seiten;
ich bin entsetzt von aller Welt,
Gott aber nimmt mich in sein Zelt,
da find ich alle G'nüge.
10. Herr, mache mir gerade Bahn,
halt mich in deiner Gnade
und nimm dich meiner herzlich an,
dass mir kein Feind mehr schade;
denn viele reden wider mich
und zeugen, das sie ewiglich
nicht können überweisen.
11. Noch dennoch hab ich guten Mut
und glaube, dass ich werde
im Lebenslande Gottes Gut
dort sehn und auf der Erde.
Frisch auf, getrost und unverzagt!
wer's nur mit Gott im Glauben wagt,
der wird den Sieg erhalten.
Paul Gerhardt, in: Geistlicher Liederschatz, 1842, Lied 60.