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Hymn score of page 1 of: Ich singe dir mit Herz und Mund (Paul Gerhardt/Johannes Thomas Rüegg)

Christ My Song - 1781

Ich singe dir mit Herz und Mund
(Paul Gerhardt/Johannes Thomas Rüegg)

Ich singe dir mit Herz und Mund.

1. Ich singe dir mit Herz und Mund,
  Herr, meines Herzens Lust!
Ich sing und mach auf Erden kund,
  was mir von dir bewusst.

2. Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad
  und ewge Quelle bist,
daraus uns allen früh und spat
  viel Heil und Segen fließt.

3. Was sind wir doch? was haben wir
  auf dieser ganzen Erd,
das uns, o Vater! nicht von dir
  allein gegeben werd?

4. Wer hat das schöne Himmelszelt
  hoch über uns gesetzt?
Wer ist es, der uns unser Feld
  mit Tau und Regen netzt?

5. Wer wärmet uns in Kält und Frost?
  Wer schützt uns vor dem Wind?
Wer macht es, dass man Öl und Most
  zu seinen Zeiten find't?

6. Wer gibt uns Leben und Geblüt?
  Wer hält mit seiner Hand
den goldnen, werten, edlen Fried
  in unserm Vaterland?

7. Ach Herr, mein Gott! das kommt von dir;
  du, du musst alles tun!
Du hältst die Wacht an unsrer Tür
  und lässt uns sicher ruhn.

8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr,
  bleibst immer fromm und treu
und stehst uns, wenn wir in Gefahr
  geraten, treulich bei.

9. Du strafst uns Sünder mit Geduld
  und schlägst nicht allzusehr,
ja endlich nimmst du unsre Schuld
  und wirfst sie in das Meer.

10. Wenn unser Herze seufzt und schreit,
  wirst du gar bald erweicht
und gibst uns, was uns hoch erfreut
  und dir zur Ehr gereicht.

11. Du zählst, wie oft ein Christe wein'
  und was sein Kummer sei.
Kein' Zähr' und Tränlein ist so klein,
  du hebst und legst es bei.

12. Du füllst des Lebens Mangel aus
  mit dem, was ewig steht,
und führst uns in des Himmels Haus,
  wenn uns die Erd entgeht.

13. Wohlauf, mein Herze! sing und spring
  und habe guten Mut,
dein Gott, der Ursprung aller Ding,
  ist selbst und bleibt dein Gut.

14. Er ist dein Schatz, dein Erb, dein Teil,
  dein Glanz und Freudenlicht,
dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil,
  schafft Rat und lässt dich nicht.

15. Was kränkst du dich in deinem Sinn
  und grämst dich Tag und Nacht?
Nimm deine Sorg und wirf sie hin
  auf den, der dich gemacht.

16. Hat er dich nicht von Jugend auf
  versorget und ernährt?
Wie manchen schweren Unglückslauf
  hat er zurückgekehrt.

17. Er hat noch niemals was versehn
  in seinem Regiment:
nein, was er tut und lässt geschehn,
  das nimmt ein gutes End.

18. Ei nun! so lass ihn ferner tun
  und red ihm nicht darein,
so wirst du hier in Frieden ruhn
  und ewig fröhlich sein.

Paul Gerhardt, in: Johann Peter Lange, Deutsches Kirchenliederbuch, 1843, Lied 634.

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